Genuss mal zwei mit Brot und Wein

Obwohl Brot und Brötchen zu den gewohnten Nahrungsmitteln zählen, verwöhnt der Duft von Frischgebackenem immer wieder die Sinne. Backwaren begeistern als aromatische Begleiter zum Wein, denn im Duett verführen beide mit besonderen Genusserlebnissen.

Eine einmalige Geschmacksvielfalt
Vor allem in südlichen Ländern wird traditionell Weißbrot zum Wein gereicht. Deutschland jedoch verfügt über einen wahren Schatz der Brotkulturen und dadurch über einen einzigartigen Sortenreichtum. Das sind beste Bedingungen, um die Aromenvielfalt von Brot und Wein zusammen zu entdecken.
Brot lässt sich in zwei Arten unterteilen: gesäuertes und ungesäuertes. Anders als für das ungesäuerte Brot (oft unter dem Begriff Fladenbrot zusammengefasst) verwenden Bäcker zur Zubereitung von gesäuertem Brot Hefen und Sauerteige. Diese Zutaten verleihen dem Backwerk eine individuelle, aufgelockerte Krume. Typische Getreidesorten wie Roggen und Weizen, aber auch Urtypen wie Kamut und Dinkel gedeihen hierzulande dank der günstigen Anbaubedingungen. Durch die Zugabe von Kernen, Nüssen, Gemüse und Gewürzen entstehen zahllose Brotvarianten – und spannende Kombinationsmöglichkeiten für die Weinverkostung.

Aromen kombinieren – Genuss entdecken
Wie Wein enthüllt Brot seine Aromen, wenn es mit allen Sinnen genossen wird. Das Verkosten von Brotkreationen hält vielschichtige Eindrücke bereit, wobei sich von der Kruste bis in den Krumenbereich unterschiedliche Nuancen entfalten. Ein paar Grundregeln helfen dabei, die Brotaromen und die des Weins genussvoll aufeinander abzustimmen. Brot und Wein harmonieren, wenn sie sich als Duo ausgewogen ergänzen. Einen gleichwertigen Partner zu intensiven Weinaromen bietet eine Brotkreation mit kräftigem Geschmack. Umgekehrt kann ein herzhaftes Roggenbrot einen leichten Roséwein in den Hintergrund drängen. Die Aromen selbst sollten geschmacklich aufeinander abgestimmt sein. Beispielsweise lassen die Beerennoten eines Rotweins in Kombination mit Nussbrot neue Eindrücke am Gaumen entstehen. Des Weiteren sollten die Süße und die Säure des Duos zueinanderpassen, ohne sich gegenseitig zu verstärken. So würde Brot mit hohem Milchsäureanteil die säuerlichen Facetten eines frischen Weißweins zu stark betonen. Milde, aromatische Begleiter, wie Kürbiskernbrötchen, eignen sich für säurebetonte Weine. Sehr scharfe und salzige Backwaren vertragen sich nicht mit ausgeprägter Säure, die so kombiniert sogar aggressiv schmecken kann. Ausgleichend wirken zu würzigen Brotspezialitäten Weincharaktere mit süßen Noten. Auch die Röst- und Bitterstoffe, die besonders knusprig gebackenes Brot auszeichnen, summieren sich mit Weinaromen: den Gerbstoffen und auch der Säure. Ein ausgewogenes Zusammenspiel entsteht, indem Sie Wein mit wenig Gerbstoffen und einer moderaten Säure auswählen.