Weinregion Gaillac: seit Jahrtausenden bekannt

Es fällt sicher nicht leicht, sich für einen bestimmten Wein aus dem Gaillac zu entscheiden. Zwar werden heute auf den über 2.500 Hektar überwiegend Rotweine gezogen, doch umfasst das Angebot auch zahlreiche Weißweine sowie Rosé und Schaumwein. Berühmt ist die spezielle Flaschenform, die Gaillacoise. Sie wird allerdings aufgrund ihres höheren Platzbedarfes und der daraus entstehenden Kosten immer seltener. Die schlankere Bordelaise wird weltweit bevorzugt, doch konnte man sich 2004 als Kompromiss auf eine neue, einheitliche und schlanke Flaschenform einigen.

Die außergewöhnliche Lage von Gaillac zwischen zwei Gebirgszügen sorgt für ein spezielles Klima mit heißen Sommern. Hier weht der warme Ostwind Autan und es regnet überwiegend von Herbst bis Frühling. Gerade ein sonniger Herbst kann einen starken Jahrgang begünstigen. Rund 20 Millionen Flaschen werden insgesamt jährlich produziert.

Seit über 2.000 Jahren Weinanbaugebiet

Diese Lage des Anbaugebietes in Südwest-Frankreich im Département Tarn (zwischen Albi und Toulouse) ist für Wein prädestiniert, und so ist das Gaillac, benannt nach der gleichnamigen Stadt, eines der ältesten Weingebiete im ganzen Land. Hier wurde schon vor mehr als 2.000 Jahren gekeltert. Seit vielen Jahrhunderten wird der Wein exportiert. Außerdem gibt es seit dem 13. Jahrhundert eine klösterliche Regelung der Herkunftsmerkmale. Erkennbar ist der Gaillac-Wein an dem gelben Hahn mit den drei gelben Lilien auf blauem Grund. Güter wie die Domaine de Brousse bringen heute jedes Jahr Weine heraus, die häufig prämiert und im Hachette des Vins empfohlen werden.

Große Weine

Zu den alten Rebsorten, die nur hier im Gaillac wachsen, gehören Braucol, Duras, Mauzac und Len de l’El. Für einen guten Rotwein werden knapp zwei Drittel Duras sowie Fer, Gamay und Syrah mit Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot (zusammen maximal 40 Prozent) verschnitten. Auf ähnliche Art wird der Rosé gewonnen. Len de l’El und Mauzac sowie Muscadelle, Ondenc, Sauvignon Blanc und Semillon werden für einen Weißwein verwendet. Unter der Bezeichnung Gaillac Doux findet man den natursüßen Wein. Für Schaumweine gibt es mehrere eigene Appellationen. Nach nur einer einzigen Gärung entstehen die Weine mit der Bezeichnung Gaillac Mousseux Méthode Gaillacoise. Sie schäumen nur leicht und sind auch in der süßen Version zu haben. Weiterhin stehen als Spezialitäten weiße und rote Schaumweine, die in Champagnerweise hergestellt werden, zur Verfügung. Ebenso speziell ist der „Vin de Voile“ mit seiner feinen Hefe.

Fazit

Wie gesagt, es ist nicht einfach, sich bei dieser unglaublichen Auswahl zu entscheiden. Man sollte sich Zeit nehmen und immer wieder einen anderen großen Wein des Gaillac verkosten. Wer möchte, veranstaltet einen Abend lang ein Gaillac-Tasting mit Freunden, um den neuen Lieblingswein zu finden.